Lightroom 6/CC GPU Beschleunigung 2016 – AMD 5570 vs. R9 380

Der letzte Strohhalm: Radeon HD 5570 vs. Radeon R9 380 mit Adobe Lightroom CC 2015.4 – Februar 2016

Exkurs: GPU-Beschleunigung

Als Adobe Mitte 2015 GPGPU Beschleunigung für Lightroom vorstellte, wurden die Wünsche vieler User erhört, die sich schon lange Hardwarebeschleunigung in Lightroom wünschten. Speziell das Bearbeiten von (tausenden) RAW-Fotos nach Hochzeiten kann zur Geduldsprobe werden, wenn man auf jede Fotovorschau Sekunden warten muss, bis sie korrekt angezeigt wird. Generell wurde die Performance von Lightroom in den letzten Versionen seit 4 gefühlt und gemessen eher schlechter – also sollte die Mithilfe der Grafikkarte hier Abhilfe schaffen.

Bei der Präsentation sprach Adobe von einer Beschleunigung um das Zigtausendfache. In der Realität stellte dich jedoch schnell heraus, dass die Vorteile einer aktuellen Grafikkarte nur bei bestimmten Funktionen tragend werden.

Auch ein halbes Jahr später hat sich hier wenig getan. Teure Grafikkarten sind nur in Ausnahmefällen nützlich – Korrektur der Belichtung, Radialfilter usw. laufen flüssiger – dafür ist aber keine Karte aus der 200 Euro Klasse notwendig, hier reicht tlw. schon die in die CPU integrierte Grafikeinheit.

Beim Erstellen von Previews, dem Export oder der generellen Performance des Bibliothek-Moduls gibt es mit teurer GPU leider keine Vorteile. Hier zählt immer noch die CPU. Die Kollegen von Puget Systems haben genau nachgesehen und festgestellt, wie viele Cores denn in aktuellen LR-Versionen Sinn machen.

Welche CPU für Lightroom?

Die etwas vereinfachte Empfehlung: Hoher Takt ist besser als viele Cores. Import und Export profitieren zwar von vielen (>4) CPU-Kernen, jedoch muss man da nicht unbedingt am Rechner sitzen. Im restlichen Workflow gilt: Clock is King. Mit einem 4GHz Quadcore von Intel ist man also gut aufgestellt.

Ich persönlich betreibe schon einen etwas in die Jahre gekommenen AMD Phenom II X6 1055T, den ich von 2,8 auf 3,7Ghz übertaktet habe. Zumindest beim In- und Export kann er durch die 6 Kerne wohl mit einem Intel Quadcore mithalten, die Single-Thread-Performance kann man aber nicht mehr vergleichen. Trotzdem stimmt Preis/Leistung bei AMDs neueren Octacores immer noch, da sie eben sehr günstig sind.

Festplatten-Performance?

Entgegen meiner Vermutung profitiert Lightroom kaum von Solid-State-Speichern. In- und Export sind CPU Limitiert und auch der Speicherort für den LR-Katalog muss nicht zwangsläufig auf einer SSD liegen. Die Bilder auch nicht unbedingt, wobei es beim Scrollen durch die Bibliothek zu geringerer Latenz kommen kann. Der Katalog liegt bei mir auf SSD – die Bilder auf HDD.

Tuning?

Trotzdem bin ich mir der Leistung von Lightroom nicht zufrieden, genügend RAM ist vorhanden, der Katalog liegt auf SSD, die Bilder auf einer schnellen Festplatte und Lightroom ist Softwareseitig schon optimiert. Auch kleinere Kataloge sind nicht wirklich schneller als mein 2GB großer.

Strohhalm: Grafikkarte

Also klammerte ich mich an den letzten Strohhalm vor einer kompletten Neuanschaffung: Die Grafikkarte.

Ich hatte eine AMD HD5570 mit passiver Kühlung verbaut, die seit 2010 erhältlich ist und heutzutage von so mancher “integrierten Grafikeinheit” beim Spielen und beim Featureset abgehängt wird. Da sie in Lightroom als unterstützte GPU erkannt wurde, war ich mir nicht sicher, ob ich hier nicht doch Zeit beim Bearbeiten verschenke, wenn ich eine so langsame GPU verwende.

Schnell war der Entschluss gefasst, hier zu Investieren – doch in welche Karte? Schon etwas ältere Benchmarks bestätigten, dass aktuelle Karten die 10-fache OpenCL Performance von meiner aktuellen Karte mitbrachten. Also entschied ich mich für ein Modell, wo Preis/Leistung zu stimmen schien – eine ASUS Strix R9 380 mit 4GB DDR5 RAM.

ASUS_R9_380_vs_ASUS_HD_5570 Grafikkarten

Zur Karte selbst gibt es eigentlich viel positives zu berichten. Ohne GPU-Load bleibt sie bei guter Gehäusebelüftung passiv und somit lautlos und auch bei Beanspruchung ist die Lautstärke durchaus im Rahmen. Für Spieler bietet die Karte auch genügend Leistung für Spiele bei FullHD und hohen Details – leider nutze ich nur Lightroom.

Und hier kann zumindest ich persönlich keinen Unterschied zwischen der 220 Euro Grafikkarte und 20 Euro Grafikkarte feststellen. Nur der Stromverbrauch ist höher – was auch der ausschlaggebende Grund dafür ist, dass ich sie nicht behalte. Spätestens mit einem neuen Monitor wird wegen der Anschlüsse eine neue fällig, aber das ist nicht so schnell geplant.

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